Heiliger Abend im Kloster, Perchten in Filzmoos und Dienten, Glöckler in Abersee und ein Bürgermeister als Sternsinger in Mariapfarr

Der Leiter des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde, Michael Greger, beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Bräuchen im Jahreskreis. „Wir können die Traditionen zum Jahreswechsel grob in drei Kategorien einteilen. Einerseits jene, die die Geburt von Jesus Christus ankündigen, die ehemals religiöses Wissen abfragten, heute eher Wohlverhalten, und den Hausfleiß prüfen. Beispiele sind die Anklöckler, der Heilige Nikolaus mit dem Krampus oder die Rauriser Schnabelperchten. Eine weitere Kategorie sind Brauchfiguren, die von der Christgeburt erzählen und gleichzeitig Neujahrswünsche überbringen – etwa die Sternsinger. Die letzte Kategorie sind jene Gruppen um den 6. Jänner, die Glück und Segen sowie die letzten Neujahrswünsche überbringen und uns in den kommenden Fasching hinüberbegleiten. Beispiele hierfür sind Schön- und Schiachperchten oder die Lichtkappen-Glöckler.“
Neujahrsputz in Dienten
Die Mitglieder der Feuerwehrjugend Dienten am Hochkönig pflegen einen Brauch, der fast in Vergessenheit geraten ist. „Unmittelbar nach Neujahr ziehen die Krapfenperchten mit geschnitzten Holzmasken von Haus zu Haus. Ausgerüstet sind sie mit einem Besen, einer großen Schere, Nadel und Zwirn sowie einem großen Buckelkorb. Sie schauen, ob die Menschen zusammengeräumt haben. Für schlampige Kinder steht der Korb bereit. Weil die Dientner Kinder aber sehr brav sind, musste bis jetzt niemand mitgenommen werden“, schmunzelt Claus Portenkirchner, Leiter der Feuerwehrjugend in der Pinzgauer Gemeinde. Bevor sie weiterziehen, wünschen sie ein „gutes neues Jahr“ und erhalten im Gegenzug Süßigkeiten und Spenden.
Quelle: Land Salzburg