Weitwandern entlang historischer Handelswege vom Chiemsee bis Venedig / Gemeinsame Initiative von Österreich und Italien

Im Bild: Das Hochmoor Wasenmoos in Mittersill. Foto: Alpina Antica Trail
Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Reise in die Vergangenheit, die Einheimische und Gäste ab Sommer 2026 bestreiten können. Vom Chiemsee in Bayern können sie auf historischen Routen, die bereits von den Römern oder von Händlern im Mittelalter bezwungen wurden, bis nach Venedig wandern. Ein Teil des „Historical Overmountain Trails“ – so der ursprüngliche Projektname – führt dabei durch den Pinzgau. Die Idee des Projekts stammt direkt aus dem Bezirk. Der Verein der Felbertauernsamer in Mittersill hat den Ausschlag für die touristische Alpenüberquerung gegeben.
Land Salzburg unterstützt Expertise vor Ort
Für den Geschäftsführer des Tourismusverbandes, Michael Sinnhuber, war die Konzeptionierung des Projekts „kein alltägliches Projekt. Als Tourismusverband hätten wir die Initiative nicht finanzieren können. Die EU schießt rund 480.000 Euro zu. Die Umsetzung war aufgrund der Zusammenarbeit von drei Bundesländern und der italienischen Partnerregion durchaus komplex. Entscheidend für den Erfolg war aber vor allem das engagierte Team vor Ort, in dem jede und jeder die eigenen Stärken eingebracht hat. Das Land Salzburg hat die Projektpartner dabei unterstützend begleitet und mit der Fachabteilung im Amt der Salzburger Landesregierung, dem Referat Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik, dazu beigetragen, die Abwicklung effizient und möglichst unbürokratisch zu gestalten“, so Sinnhuber.

„All-inclusive-Wandern” in Österreich
Vor allem die unterschiedlichen Rechtssysteme zwischen Österreich und Italien waren für das Mittersiller Projektteam rund um Michael Sinnhuber herausfordernd: „Ein paar Mal haben wir zwei Anläufe für ein Problem benötigt, aber am Ende ist ein für unsere Gäste sehr gutes Produkt entstanden, das in Kürze gestartet wird. Interessierte können an einer beliebigen Stelle des Weges beginnen und der Beschilderung folgen. Innerhalb der österreichischen Grenzen gibt es etwas Besonderes. Hier kann man wie in einem Reiseunternehmen die jeweiligen Etappen samt Hotelkategorie buchen. Der Gepäcktransport wird organisiert und eine eigene Hotline hilft bei auftretenden Fragen. Es gibt bereits schon jetzt Buchungsanfragen für dieses Angebot, das wir unter dem Namen Alpina Antica Trail vermarkten.“
Schnöll: „Bereicherung für Salzburger Tourismus.“
Für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll ist das österreichisch-italienische Projekt ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit – über Landesgrenzen hinweg. „Alle Akteure haben mit einer innovativen Idee den heimischen Tourismus bereichert. Das macht Salzburg zu einer zukunftsorientierten Destination im Herzen Europas. Der Historical Overmountain Trail steht beispielhaft dafür, was entstehen kann, wenn regionales Know-How mit Unterstützung des Landes in ein EU-Projekt transformiert wird“, so Schnöll und ergänzt: „In einem zweiten Schritt geht es jetzt um die Bewerbung des touristischen Angebots. Hier unterstützen wir über die SalzburgerLand Tourismus GmbH auf dem internationalen Markt.“
Fürweger: „Neue Perspektiven für Salzburg.“
Landesrat Wolfgang Fürweger ist als Regierungsmitglied für Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik zuständig. „Interreg zeigt, welche kreativen Projekte in den Salzburger Regionen und Gemeinden schlummern. Die Initiativen eröffnen neue Perspektiven, schaffen regionale Wertschöpfung und stärken die Innovationskraft vor Ort. Gleichzeitig ist klar: In der Regionalentwicklung können wir nicht alles gleichzeitig umsetzen. Entscheidend ist, Schwerpunkte zu setzen und jene Projekte gezielt zu fördern, die echten Mehrwert für die Regionen bringen. Unser Anspruch ist nicht Verzettelung, sondern Wirkung. Wenn regionale Initiative, fachliche Qualität und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zusammenkommen, entstehen Lösungen, die Salzburg nachhaltig voranbringen“, so Fürweger.
EU-Spirit in den Regionen spürbar
Referatsleiterin Christina Bauer ist für die Bereiche Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik in der Landesverwaltung zuständig. „Mit Projekten wie dem Historical Overmountain Trail wird Europa vor Ort erlebbar: Neue Ideen, zusätzliche Wertschöpfung und echte Chancen für unsere Gemeinden entstehen genau dort, wo die Menschen leben und arbeiten. Interreg zeigt, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit kein abstraktes Konzept ist, sondern konkrete Verbesserungen für die Regionen bringt – auch für Salzburg. Die europäische Zusammenarbeit wird damit vor Ort und in den Bezirken spürbar. Genau diese Kreativität wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen“, so Bauer.
Ideenschmiede für neue Projekte
Für die Fachabteilungen des Amtes, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Gemeinden, Interessensvertretungen und weitere regionale Akteure wurde gestern vom Land Salzburg ein Strategieworkshop zur Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Interreg-Periode 2028 bis 2034 abgehalten. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden im Techno-Z über künftige Kooperationsprojekte und den Zugang zu EU-Fördergeldern beraten. „Interessierte erhalten so aus erster Hand wertvolle Tipps, wie sie ihre Visionen verwirklichen können“, sagt Landesrat Wolfgang Fürweger. Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf ergänzt: „Die Vernetzung über die Landesgrenzen bringt sowohl dem Land als auch den Menschen vor Ort Vorteile. Aus einer Idee kann so Schritt für Schritt ein tragfähiges und langfristiges Projekt entstehen.“
Quelle: Land Salzburg
Weitere Nachrichten aus dem Pinzgau findest du auf unserer Startseite →