Jubiläum des Almabtriebs findet am 5. September statt / Tiere wandern 17 Kilometer von der Piffalm zurück in den Stall

Almabtrieb Landwirtschaftliche Fachschule Bruck an der Glocknerstraße Im Bild die Sennerin von der Piffalm, Christine Fankhauser und Mathias Kinberger Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr 10.9.2022

Die letzten Vorbereitungen dafür laufen bereits: In den kommenden Tagen wird noch der Feinschliff am individuellen Kopfschmuck aus bunten Blumen und Kräutern gemacht. Das Kollegium der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Bruck bereitet in Handarbeit die Gestecke für die Rinder vor. Bereits zum 20. Mal findet am 5. September der Almabtrieb der LFS Bruck statt. 45 Tiere legen dabei von der Piffalm bis zum Stall am Schulgelände rund 17 Kilometer zurück.

Der Almabtrieb ist eine liebgewonnene Tradition der Bildungseinrichtung. Bereits zum 20. Mal findet am 5. September der feierliche Umzug statt. Ab 12 Uhr öffnet das Festzelt auf dem Gelände der LFS Bruck. Gegen 15 Uhr ist der Einzug der Tiere geplant. Entlang der Wegstrecke werden viele Einheimische und Gäste die „Wanderung” mitverfolgen. Dafür ist genügend Zeit vorhanden, denn die Rinder benötigen für die 17 Kilometer von der Piffalm in Fusch an der Großglocknerstraße in ihren gewohnten Stall in der Schule mehr als vier Stunden – nach zwei Stunden wird eine Pause eingelegt.

Vorfreude auf den Almabtrieb

Bei ihrem mehrstündigen Marsch werden die Rinder von den sogenannten „Treibern“ begleitet. „Auch für sie ist dieser Tag immer etwas Besonderes. Wir sind sehr glücklich, dass alle Tiere gesund geblieben sind – jetzt hoffen wir noch auf einen unfallfreien Almabtrieb“, sagt der Direktor der LFS Bruck, Christian Dullnigg. Das Jungvieh sowie die Schafe, Ziegen und Pferde bleiben je nach Witterung noch bis Anfang Oktober auf der Alm, allerdings auf tiefer gelegenen Weideflächen.

Ausbildungsschwerpunkt: Almwirtschaft

Trotz der allgemeinen Trockenheit und einiger ausgetrockneter Quellen war auf der Alm ausreichend Futter und auch Wasser vorhanden. Die Almwirtschaft hat für die LFS Bruck eine große Bedeutung – und ist auch ein Unterrichtsfach. „Viele unserer Schülerinnen und Schüler besitzen auf ihren Heimathöfen ebenfalls eine Alm oder arbeiten im Sommer am Berg. Eine nachhaltige Nutzung der sensiblen Almböden im Zusammenspiel von Pflanzen, Nutztieren, Wildtieren, Insekten und Bodenleben erfordert Fachwissen und ökologisches Verständnis. Gerade in einer Zeit des Klimawandels ändert sich auch die Bewirtschaftung. All das wollen wir den künftigen Bäuerinnen und Bauern vermitteln“, so Direktor Christian Dullnigg.

Aigner: „Lehralm vermittelt Praxiswissen.“

Einen Schwerpunkt in der Ausbildung der künftigen Bäuerinnen und Bauern bildet die Piffalm. „Sie ist eine Lehralm, die im praktischen Unterricht regelmäßig eine zentrale Rolle spielt. Die Schülerinnen und Schüler pflegen die Alm, sind bei Instandhaltungsarbeiten dabei und lernen eine nachhaltige Bewirtschaftung mit unterschiedlichen Tierarten kennen. Auch der dazugehörige Almwald wird bewirtschaftet – von der Pflanzung von Bäumen bis zur Starkholzernte. Die Alm bildet zusammen mit dem Piffgut in Bruck das Herzstück der landwirtschaftlichen Ausbildung im Pinzgau“, betont Landesrat Maximilian Aigner.

Almauftrieb bereits Ende April

Der Almauftrieb fand in diesem Jahr bereits Ende April statt. Die Kühe, aber auch die Pferde, Schafe und Ziegen wurden rund um die Uhr von der neuen Melkerin Sonja Schmeller betreut. Unterstützung erhielt sie dabei von Anton Steiner, ihrem Kollegen vom Landwirtschaftsbetrieb Piffgut.

Quelle: Land Salzburg

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