Ergebnisse der Regierungssitzung vom 17. September / Beschluss zur Änderung des Landesentwicklungsprogramms

Die Landesregierung hat am 17.9.2026 in ihrer Sitzung drei wesentliche Beschlüsse gefasst: Das Land Salzburg wird in Kooperation mit den Ländern Tirol und Steiermark neue Schmalspurfahrzeuge beschaffen. Damit wird die Pinzgauer Lokalbahn elektrifiziert und modernisiert. Und: Das Landesentwicklungsprogramm wird geändert, um den Wirtschaftsstandort abzusichern. Weiters wird eine Liegenschaft an den Alpenverein verkauft. Im Bild: Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll und
Landesrat Martin Zauner berichteten über die Ergebnisse der Regierungssitzung vom 17.9.2026. Foto: Land Salzburg/Franz Neumayr

Für den öffentlichen Schienennahverkehr im Bundesland Salzburg gibt es gute Nachrichten: Ende des Jahres werden bereits die ersten neuen Garnituren für die Salzburger Lokalbahn aus Spanien geliefert und im kommenden Jahr auf Schiene gehen. Nun soll auch die Pinzgauer Lokalbahn nach 40 Jahren mit neuen Garnituren für die Zukunft ausgestattet werden. Die Länder Salzburg, Tirol und Steiermark gehen dabei gemeinsam vor.

Neues Zeitalter im Schienenverkehr

Um einen gemeinsamen Beschaffungsvorgang für die Pinzgauer Lokalbahn, die Murtalbahn und die Zillertalbahn zu starten, wurde in der Regierungssitzung beschlossen, dass eine neue Kooperationsvereinbarung aufgesetzt wird, in der Ausschreibung, Entwicklung und Lieferung der Fahrzeuge geregelt wird. Die Pinzgauer Lokalbahn soll ebenso wie die Murtalbahn mittels Oberleitung elektrifiziert werden, für die Zillertalbahn ist eine Hybridvariante (elektrisch und akkubasiert) vorgesehen.

Schnöll: „Die Weichen sind gestellt“

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll betont: „Die Pinzgauer Lokalbahn ist weit mehr als eine Bahnstrecke – sie ist Lebensader, Mobilitätsgarant und ein wichtiges Stück regionaler Identität für den gesamten Oberpinzgau. Wir haben die Weichen gestellt, um die Zukunft der Pinzgauer Lokalbahn langfristig abzusichern. Die neuen Züge und die Elektrifizierung der Strecke sind ein echter Meilenstein und bringen für die Menschen einen Qualitätssprung sowie mehr Fahrkomfort. Durch die gemeinsame Ausschreibung nutzen wir Synergieeffekte und setzen die Mittel so möglichst effizient ein.“

Dieseltriebwägen sind 40 Jahre alt

Die Ausschreibung für die neuen Elektrotriebwägen soll noch im September 2026 erfolgen. Konkret geht es dabei um eine Rahmenvereinbarung für Entwicklung, Herstellung, Lieferung, Genehmigung und Instandhaltung von Schmalspurfahrzeugen. Die neuen Garnituren sollen die alten Dieseltriebwägen aus den 1980er Jahren ersetzen, zwischen 58 und 76 Metern lang sein und Sitzplätze für mindestens 150 Passagiere bieten. Die neuen Züge sollen außerdem über Klimaanlage, Toilette sowie Abstellplätze für Fahrräder bzw. Kinderwägen verfügen und barrierefrei sein. Geplant ist, dass die ersten Garnituren ab 2032 im Pinzgau zum Einsatz kommen. Die angesetzten Gesamtkosten für die Fahrzeug-Neubeschaffung belaufen sich auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag und werden in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt. Seitens des Bundes gibt es die Zusicherung, sich sowohl an der Finanzierung der Fahrzeuge als auch an den Kosten der Strecken-Elektrifizierung zu beteiligen.

Raumordnung: LEP wird geändert

Ein weiterer Beschluss der Landesregierung betraf am Donnerstag die Änderung des Landesentwicklungsprogramms (LEP), das die Leitlinien und Grundsätze der Landesentwicklung vorgibt und den verbindlichen Rahmen für die Raumordnung in den 119 Salzburger Gemeinden setzt. Drei Jahre nach Inkrafttreten 2022 wurde das LEP einer umfänglichen Änderung unterzogen, um Klarstellungen und Vereinfachungen im Vollzug zu ermöglichen.

Zauner: „Zu restriktiv im Wirtschaftsbereich“

Der für Raumordnung zuständige Landesrat Martin Zauner sagt: „Das bisherige Landesentwicklungsprogramm war gerade im Wirtschaftsbereich zu restriktiv. Neue Gewerbeflächen waren vielfach de facto unmöglich, Betriebe konnten sich nicht weiterentwickeln und selbst bereits vorbereitete Projekte von Familien und Grundstückseigentümern gerieten durch Rechtsunsicherheit ins Stocken. Mit der Änderung des Landesentwicklungsprogramms machen wir Salzburg wirtschaftlich stärker, schaffen mehr Rechtssicherheit und räumen unnötige bürokratische Hürden aus dem Weg.“

Probleme in der Praxis

Nachgebessert habe man dort, wo es in der Praxis Probleme gegeben habe. „Neue Gewerbegebiete werden unter klaren Voraussetzungen wieder möglich, Betriebe können sich besser entwickeln, der stationäre Handel bekommt neue Chancen und wir schaffen Rechtssicherheit für bestehende Räumliche Entwicklungskonzepte“, betont Zauner. Mit der LEP-Änderung würden Arbeitsplätze gesichert und geschaffen, Betriebe würden nach Jahren wieder Perspektiven bekommen und Projekte, die jahrelang blockiert gewesen seien, könnten endlich umgesetzt werden. „Wir stärken den Wirtschaftsstandort Salzburg, ohne unsere Verantwortung für sparsamen Bodenverbrauch und eine nachhaltige Entwicklung aufzugeben“, sagt Raumordnungslandesrat Martin Zauner abschließend.

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