Das 35. World Tournament in Zell am See beginnt – Ein Interview mit dem OK-Team

1. Was macht das World Tournament 35 zum größten Nachwuchs Eishockeyturnier Europas, und welche Kennzahlen unterstreichen diese Bedeutung?
134 Spiele in 10 Tagen 44 Teams aus 14 Nationen – internationaler Spielverkehr auf Nachwuchsebene.
2. Wie viele Teams und Nationen nehmen heuer teil, und welche internationalen Trends beobachten Sie im Nachwuchseishockey? a
44 Teams aus 14 Nationen und die Trends gehen zu solidem eher perfektem Eislaufen, hohem tak1schen Spielverständnis und ganz entscheidend: Eishockey hat sich in diesen 35 Jahren zu einem Ganzjahressport entwickelt.
3. Nach welchen Kriterien werden die Mannscha?en ausgewählt, und wie stellen Sie ein ausgewogenes sportliches Niveau sicher?
Seit Jahren werden wir mit Anfragen gestürmt, die Auswahl soll möglichst interna1onal sein, wir freuen uns immer besonders über Teams aus Nordamerika und Skandinavien, die dem Turnier ein
besonderes sportliches Flair geben oder aber auch Exoten wie
Teams aus Mexiko und Dubai.
4. Welche Rolle spielt das Turnier für die Entwicklung junger Talente – gibt es Beispiele von Spielern, die hier ihren Durchbruch geschafft haben?
Die besten Beispiele sind Roman Josi als aktueller Kapitän der Schweizer Nati, der das Turnier in einem Interview mit dem Zürcher sportblick als Spengler Cup für Jugendliche bezeichnet hat und Anze Kopetar der beim Turnier in Zell für die NHL gescoutet wurde.
Die jungen Spieler haben die ganze Saison über die gleichen Gegner der Blick über den Tellerrand fördert die Anstrengung auch ein solches Level erreichen zu wollen.
5. Welche organisatorischen Herausforderungen bringt ein Event dieser Größenordnung mit sich, und was passiert „hinter den Kulissen“?
134 Spiele sind eine Herausforderung- alle Spiele sollten pünktlich beginnen – für jedes Spiel braucht‘s Zeitnehmung und
Schiedsrichter, alle Spielberichte müssen frühzeitig und vollständig im System eingetragen sein.
Das Buffet sollte möglichst durchgehend besetzt sein.
Von Seiten der Turnierleitung muss immer jemand in der Halle anwesend sein
Ein Sanitätsdienst ist bei allen Spielen vor Ort und kann bei Verletzungen am Eis sofort eingreifen.
6. Wie wichKg sind Fair Play und Altersregularien im Nachwuchsbereich, und wie werden diese beim Turnier kontrolliert?
Es gibt strenge Altersvorgaben, keine Over Age Regelung (außer für Mädchen) und die Schiedsrichter spielen eine wesentliche Rolle in der Qualität des Turniers
Fair Play ist die Basis für die Entwicklung von jungen Sportlern.
7. Gab es im Laufe der Turniergeschichte besonders außergewöhnliche oder unvergessliche Momente?
Ja, der Besuch einer russischen Mannschah aus Sibirien die nach einer 2-tägigen Anreise zu spät zum Turnier kamen – sich um 6 Uhr morgens gerade im Bus schlafen legen wollten und die wir aber beim Eintreffen sofort zum Spiel auf das Eis schicken mussten und der Sieg im Turnier
jener ukrainischen Mannschah, der wir mit Hilfe von Sponsoren und Unterstützern die Turnierteilnahme ermöglicht haben.
8. Welche Bedeutung hat das Turnier für die Region – wirtschaftlich, touristisch und für den lokalen Sport?
Rund 6000 Näch1gungen in der Nachsaison, eine nachhal1ge Veranstaltung, die seit 35 Jahren jedes Jahr stattfindet (wovon es nicht viele gibt), ein verlässlicher Partner für die Region und aus sportlicher Sicht der immer wieder verblüffende Vergleich mit dem Standard anderer Na1onen.
9. Was war die kurioseste oder lusKgste SituaKon, die Sie als Organisatoren je erlebt haben?
Da gibt es viele von (zu) hohen Siegen, knappen Niederlagen bis zu Punktegleichstand von 3 Teams bei den Gruppenspielen (ein Ereignis, das es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1. Mio. gibt)
Mannschahen die ihren Spielbeginn vergeigt haben,
Trainer, die in der Kabine noch schliefen und das Spiel ihrer Jungs versäumten.
10. Wenn Sie einen Wunsch frei hä\en: Welche berühmte Eishockey Legende würden Sie gerne einmal als Ehrengast beim Turnier begrüßen – und warum?
Roman Josi bei einer Siegerehrung – ist nur ein Wunsch – aber der war ja gefragt!