Studentenwettbewerb liefert neue Impulse für die Gemeinde / Dorf- und Stadtentwicklungsprozess in 17 Salzburger Kommunen

Im Bild: Landesrat Martin Zauner mit Bürgermeister Erich Czerny. Foto: Land Salzburg/SIR
Im Mittelpunkt der Überlegungen der Studierenden der Fachhochschule Salzburg am Campus Kuchl stand ein innerörtliches Grundstück in Hanglage. Der Wettbewerb verfolgte dabei das Ziel, nicht nur zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, sondern einen neuen Baustein für die Dorfmitte zu entwickeln. Angedacht wurden öffentliche oder halböffentliche Nutzungen ebenso wie Wohnungen. „Leistbares Wohnen sollte nicht am Ortsrand entstehen, sondern mitten im bestehenden Dorfgefüge. Mit kurzen Wegen, vorhandener Infrastruktur und direkter Anbindung an das gesellschaftliche Leben“, fasst Landesrat Martin Zauner das Projekt zusammen.
Zauner: „Umfassende Landesexpertise für Gemeinden.“
Ortskernstärkung bedeutet für Landesrat Martin Zauner „neue Qualität dort zu schaffen, wo bereits Leben, Infrastruktur und gewachsene Dorfstrukturen vorhanden sind. In unseren Gemeinden ist es entscheidend, Wohnen, öffentliche Nutzungen und Aufenthaltsqualität zusammenzudenken. Krimml zeigt vor, wie das gelingen kann. Mit der Dorf- und Stadtentwicklung und dem SIR haben die Orte im Bundesland starke Partner. Sie werden von der ersten Idee bis zu tragfähigen Entwicklungsschritten professionell und teils kostenlos begleitet“, so Zauner und ergänzt: „Dorfentwicklung beginnt nicht erst beim Bauen. Sie beginnt mit der Frage, was ein Ort in Zukunft braucht. Wenn Gemeinden, Fachleute, Grundeigentümer und junge Planer gemeinsam an Lösungen arbeiten, entstehen Projekte mit langfristigem Wert.“
Gesucht: Ideen für die Grundstücksentwicklung
Das aktuelle Entwicklungsprojekt, das Krimml mithilfe des SIR umsetzt, betrifft ein rund 3.300 Quadratmeter großes Grundstück im Ortszentrum. Es wurde von der Land-Invest angekauft. „Es ist zentral gelegen und beherbergt derzeit Sportinfrastruktur mit freien Flächen. Als Gemeinde geht es mir darum, hier einen Blick von außen zu bekommen. Wie sehen externe Expertinnen und Experten dieses Grundstück? Welche Ideen und Möglichkeiten gibt es zur Entwicklung? Auch dieses Mal wird wieder mit Studierenden zusammengearbeitet, die mit Sicherheit frischen Wind in den Standort bringen werden“, so Bürgermeister Erich Czerny.
Ziel: Ortskernstärkung für Krimml
Der Ortschef skizziert die Ziele der Initiative: „Wir wollen nicht einfach nur ein Grundstück bebauen. Wir wollen einen neuen Teil der Dorfmitte schaffen, der zum Ort passt. Er soll Wohnraum ermöglichen und gleichzeitig einen echten Mehrwert für die Bevölkerung bieten. Die Arbeiten der Studierenden zeigen, welches Potenzial in diesem Standort steckt. Der Ortskern von Krimml soll weiter gestärkt werden, um leistbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig sollen neue Räume für Gemeinschaft und Begegnung geschaffen werden.“

Krimml blickt über den Tellerrand
Für die Pinzgauer Gemeinde ist die Zusammenarbeit mit dem SIR kein Neuland. „Vor mehr als 20 Jahren wurde bereits ein sehr intensiver Bürgerbeteiligungsprojekt umgesetzt. Damals haben Studierende die Entwicklung Krimmls aktiv mitgestaltet, indem sie eine Bürgerbefragung durchführten, an Ideen zur Ortsentwicklung arbeiteten und einen Fotowettbewerb organisierten. Ebenfalls wurde damals ein Studentenwettbewerb zur Entwicklung eines Platzes initiiert und sich an neuen Ideen von Veranstaltungen im Ort beteiligt. Umsetzungsergebnisse aus diesem Prozess sind beispielsweise die Krimmler Wasserfestspiele, das ,FallKinoKrimml‘, der Krimmler Dorfmarkt und der Krimmler Gratisbuchladen. All diese Ideen und Initiativen erfreuen sich heute großer Beliebtheit und Attraktion. Die Erfahrung war sehr positiv und für die Gemeinde befruchtend. Ich freue mich sehr, dass wir nach dieser langen Zeit wieder ein Projekt mit Unterstützung des SIR im Ort realisieren können“, sagt Bürgermeister Erich Czerny.
Sechs Projekte ausgearbeitet
Rund 25 Studierende der Fachhochschule Salzburg am Campus Kuchl beschäftigten sich im Sommersemester 2026 intensiv mit dem Areal. „Insgesamt wurden sechs Konzepte ausgearbeitet und einer Fachjury präsentiert. Die Jury würdigte dabei die hohe Qualität aller Arbeiten und entschied, das Preisgeld auf sämtliche Teams aufzuteilen. Die Initiativen ,Krumbi‘ und ,Hof 3‘ wurden jeweils mit dem ersten Platz ausgezeichnet“, informiert Projektleiter Robert Krasser vom SIR.
„Krumbi“: Neue Achse durch die Dorfmitte
Besonders überzeugte das Siegerprojekt „Krumbi“ mit einer klaren städtebaulichen Idee. „Eine neue öffentliche Achse verbindet bestehende Einrichtungen mit den vorgeschlagenen Neubauten und schafft somit eine nachvollziehbare Erweiterung der Dorfmitte. Die Baukörper sind so angeordnet, dass unterschiedliche Freiräume und Aufenthaltsqualitäten entstehen. Ein besonderes Element ist das vorgesehene Bildungs- und Gemeinschaftszentrum mit gemeinschaftlicher Küche, Werkstätten und multifunktionalen Räumen. Damit wird Wohnen bewusst mit Bildung, Begegnung und Gemeinschaft verbunden“, berichtet Robert Krasser.
Sozialer Ansatz bei „Hof 3“
Auch das zweite erstgereihte Projekt „Hof 3“ überzeugte mit einem starken sozialen Ansatz. Vorgeschlagen wird eine Mischung aus Wohnen, betreubarem Wohnen, Gemeinschaftseinrichtungen, Gewerbe und Freizeitangeboten. Die Jury hob insbesondere die identitätsstiftende Hofstruktur sowie den autofreien Innenbereich hervor. Die Ergebnisse des Wettbewerbs bilden nun die Grundlage für die weiteren Planungsschritte. Einzelne Ideen und Qualitäten der ausgezeichneten Initiativen sollen vertieft und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.
Expertise für 17 Salzburger Gemeinden
Die Expertinnen und Experten des SIR beraten derzeit 17 Salzburger Gemeinden beim Dorf- und Stadtentwicklungsprozess. Neben Krimml startete heuer auch noch die Gemeinde Strobl am Wolfgangsee. Schon länger im Prozess aktiv sind nach Bezirken geordnet:
- Flachgau: Ebenau, Dorfbeuern, Nußdorf am Haunsberg, Sankt Gilgen und Straßwalchen
- Lungau: Mauterndorf, Ramingstein und Tamsweg
- Pinzgau: Mittersill, Kaprun und Unken
- Tennengau: Golling an der Salzach und Sankt Koloman
- Pongau: Bad Hofgastein und Filzmoos
Quelle: Land Salzburg
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