Bisheriges Autohaus wird zum Supermarkt umgebaut / Menschen im Pinzgau kaufen regional vor Ort ein

Auf rund 800 Quadratmetern entsteht ein neuer Billa-Markt in Lofer. Das Besondere ist, dass für den Supermarkt kein Stück wertvollen Grund und Bodens neu bebaut wird. Das Lebensmittelgeschäft zieht nämlich in ein aufgelassenes Autohaus um.
Im Bild: Landesrat Martin Zauner mit Bürgermeister Norbert Meindl. Foto: Land Salzburg/Neumayr/Hölzl

Aktuell wird eine Billa-Filiale knapp hinter der Gemeindegrenze von Lofer betrieben. Im Nachbarort St. Martin bei Lofer ist die Zu- und Abfahrtsituation aber nicht optimal, vor allem bei der Anlieferung der Waren ist der Platz beschränkt. Seit Juni 2024 arbeiten der Mutterkonzern REWE sowie die Marktgemeinde Lofer an einer Lösung für Einheimische und Gäste im Saalachtal.

Zauner: „Vorausschauende Raumordnungspolitik.“

Mit der neuen Standortverordnung und der damit einhergehenden Verordnung der Landesregierung gibt es nun grünes Licht. „Kein Quadratmeter Grund und Boden wird zusätzlich versiegelt. So wie bei der Kika-Nachnutzung in Saalfelden wird auch in Lofer ein bisheriges Gebäude perfekt nachgenutzt. Genauso können wir die begrenzte Fläche im Bundesland optimal verwenden. Dieser vorausschauenden Raumordnungspolitik wird auch von externen Experten wie etwa der Österreichischen Raumordnungskonferenz ein gutes Zeugnis ausgestellt. Und das Saalachtal erfährt durch den Markt eine Aufwertung. Einheimische und Gäste können so noch regionaler einkaufen“, sagt Landesrat Martin Zauner.

Meindl: „Gewinn für den gesamten Ort.“

Einstimmig haben sich in der Vergangenheit die Gemeindevertreter von Lofer hinter das Projekt gestellt. „Die Fläche des bisherigen Autohauses ist komplett versiegelt. Die Nachnutzung durch Billa ist ein absoluter Gewinn für den Ort. Die Haltestelle der Buslinie 260 samt Straßenunterführung liegt fast direkt vor der Haustür und durch den Umzug des Geschäfts rücken die zwei weiteren größeren Supermärkte noch näher zusammen“, berichtet Bürgermeister Norbert Meindl.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

„Die Zusammenarbeit mit dem Land während des Prozesses der Standortverordnung kann mit einem Wort zusammengefasst werden: hervorragend. Die Nachnutzung des ehemaligen Autohauses bringt für alle Beteiligten nur Vorteile, denn direkt neben der B311 sowie inmitten des Gewerbegebiets wäre ein Wohnbau fehl am Platz. Jetzt werden wir gegenüber dem Seniorenwohnzentrum 32 geförderte Wohnungen errichten, davon 13 als Betreutes Wohnen“, führt Bürgermeister Norbert Meindl weiter aus.

Tourismus bringt Kaufkraft in die Region

Roland Murauer ist geschäftsführender Gesellschafter der CIMA Österreich Beratung + Management GmbH, einem im deutschsprachigen Raum etablierten Beratungsunternehmen, unter anderem für Stadt-, Standort- und Regionalentwicklung. Er kennt die Handelsstruktur in Salzburg wie fast kein anderer: „Im Pinzgau haben wir grundsätzlich zufriedenstellende Rahmenbedingungen für den regionalen Einzelhandel, insbesondere der nächtigungsstarke Tourismus sorgt mit einem Anteil von 38 Prozent am Umsatz für wichtige Impulse für den Handel.“

Gute Handelsstruktur im Pinzgau

Aber auch die Kaufkrafteigenbindung, also das, was die heimische Bevölkerung vor Ort ausgibt, ist angesichts der starken Online-Konkurrenz im Pinzgau als sehr gut zu bewerten. „Im Bezirk verbleiben rund 80 Prozent der regional vorhandenen Kaufkraft, so viel wie beispielsweise in der Landeshauptstadt. Bei Lebensmitteln und Drogerieartikeln sind es sogar rund 90 Prozent. Ein Grund ist das dichte Nahversorgernetz. Bei Bekleidung, Schuhen oder Sportartikeln sind es 70 Prozent, wobei hier vor allem auch ein Faktor wichtig ist – die nach wie vor starken inhabergeführten Betriebe in diesen Branchen“, führt Roland Murauer aus.

Quelle: Land Salzburg

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