Die Lokalmatadorin feiert bei der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang ihren dritten Elite-Sieg auf der Heimstrecke – und zugleich einen besonderen Saison-Hattrick: Höll ist erst die dritte Fahrerin in der Geschichte des Downhill-Weltcups, die mit drei Siegen in Folge in eine Saison startet

Drei Rennen, drei Siege – und der dritte davon ausgerechnet daheim in Leogang: Als Valentina Höll am Samstag mit riesigem Vorsprung in den Zielhang raste, brachen bei ihr, ihrer Familie, ihren Freunden und vor allem bei den tausenden Fans im Epic Bikepark Leogang endgültig alle Dämme. Die Saalbacherin krönte ihr Heimrennen beim WHOOP UCI Mountain Bike World Cup in Saalfelden Leogang mit einem eindrucksvollen Sieg. Für Höll war es bereits der dritte Elite-Triumph auf ihrer Heimstrecke in Leogang. Dieser Saison-Hattrick ist jedoch weit mehr als nur eine beeindruckende Serie: Erst drei Fahrerinnen vor ihr haben in der Geschichte des Downhill-Weltcups drei Siege in Folge zum Saisonstart gefeiert.
Die 24-jährige Lokalmatadorin war als Gesamtführende und große Gejagte in das Wochenende gestartet – und hielt dem enormen Druck vor heimischem Publikum eindrucksvoll stand. Auf der 2,6 Kilometer langen und mit 468 Höhenmetern gespickten „Speedster“-Strecke raste Höll dem nächsten Heimsieg entgegen. Am Ende triumphierte die Serien-Weltmeisterin überlegen vor der Französin Marine Cabirou und Anna Newkirk aus den USA: „Diesen Sieg würde ich fast über einen WM-Titel stellen. Daheim in Leogang zu gewinnen, vor dieser Kulisse, mit der ganzen Familie und so vielen bekannten Gesichtern im Ziel – das ist einfach etwas ganz Besonderes.“
Für zusätzliche Spannung sorgte eine Premiere: Erstmals in der Downhill-Geschichte bestritten die Damen ihr Finale nach den Herren und bildeten damit das große Highlight des Tages. 

Sichtlich emotionaler Iles feiert zweiten Weltcupsieg beim 68. Start
Im starken Kontrast zu Hölls Dominanz im Damenfinale wurde das Elite-Rennen der Herren um weniger als zwei Zehntelsekunden entschieden. Finn Iles beendete eine lange Durststrecke und feierte in Leogang einen vielumjubelten Weltcupsieg. Der Kanadier setzte sich in einem hochklassigen Finale in 3:15,647 Minuten knapp vor dem Franzosen Amaury Pierron (+0,176 Sekunden) und dem deutschen Vorjahres-Dritten Henri Kiefer (+0,844) durch.  Der Kanadier, der gestern zwei Qualifikationsrunden benötigte, um ins Finale zu rücken, war nur im letzten Split der Schnellste, überzeugte aber durch die größte Konstanz auf der schwierigen Strecke – und genau das brachte ihn letztlich an die Spitze der Ergebnisliste.
„Das fühlt sich richtig gut an. Das vergangene Jahr war mit den Verletzungen unglaublich schwierig, und ich habe mich einfach nicht wie ich selbst gefühlt“, sagte Iles. „In dieser Offseason habe ich so hart gearbeitet, um meinen Rhythmus wiederzufinden. Schon im dritten Rennen der Saison zu gewinnen, ist unglaublich.“
Auch Henri Kiefer, den Deutschen, der mittlerweile in Innsbruck lebt, jubelt über einen besonderen dritten Platz: „Letztes Jahr war der dritte Platz mein Kick Off. Ich hatte einen unglaublich harten Start in die Saison, dass ich jetzt hier wieder so abliefern kann, ist einfach nur unglaublich.“ 

Aus österreichischer Sicht stand Andreas Kolb im Mittelpunkt. Der Schladminger hatte bereits in der Qualifikation als Vierter seine starke Form unterstrichen und zeigte auch im Finale, dass er an diesem Wochenende die Pace für die absolute Weltspitze hatte. Bis zur dritten Zwischenzeit lag der 30-Jährige auf Rang drei und nur 0,3 Sekunden hinter der Bestzeit. Ein Spitzenresultat, vielleicht sogar der Kampf um den Sieg, schien greifbar. 
Im berüchtigten Schlussabschnitt „Valis Hölle“ schlichen sich jedoch zunächst kleinere Fehler ein, ehe zwei größere Patzer wertvolle Sekunden kosteten. Kolb fiel dadurch noch auf Rang 15 zurück. 
„Das ist natürlich nicht sehr schön gerade. Ich bin voll auf Sieg gefahren, war bereit dafür und habe alles gegeben. Die Fans waren unglaublich – danke an alle, die gekommen sind, um unseren Sport zu feiern. Klar hätte ich mir mehr gewünscht, aber das ist der Sport. Ich habe im Ziel dann den Sieg für Vali gefeiert. Für den Downhill-Sport war es ein super Tag. Für mich gilt jetzt: Kopf hoch und auf in die Lenzerheide zum nächsten Weltcup“, sagte Kolb nach dem Rennen.

Lina Frener jubelt bei den Juniorinnen – Heimsieg mit besonderem Leogang-Bezug
Auch bei den Juniorinnen durfte aus österreichischer Sicht gejubelt werden: Lina Frener feierte in Leogang ihren zweiten Weltcupsieg, den ersten Sieg in dieser Saison. In Abwesenheit von Rosa Zierl, die sich ausgerechnet vor dem Finale verletzt hatte, nutzte Frener ihre Chance eindrucksvoll und sorgte für den nächsten rot-weiß-roten Erfolg beim Heimweltcup.
Notiz am Rande: Frener fährt im Team von Greg Minnaar – einem der größten Namen der Downhill-Geschichte. Der Südafrikaner ist nicht nur mehrfacher Weltmeister und eine Legende des Sports, sondern hat 2012 ausgerechnet in Leogang den WM-Titel gewonnen. Dass nun eine junge Österreicherin aus seinem Team auf eben dieser Strecke einen Heimsieg feiert, verleiht dem Erfolg eine besondere Note.
„Von ihm kann man immer noch lernen. Er hat mir in den Tagen davor immer wieder Tipps gegeben – das hat super funktioniert. Zuhause zu gewinnen, ist einfach Wahnsinn“, freute sich Frener über den Support ihres prominenten Teammanagers.
Rang zwei ging an die US-Amerikanerin Aletha Ostgaard, Rang drei an die Dänin Rosa Marie Jensen. Bei den Junioren sicherte sich der Neuseeländer Jonty Williamson den Leogang-Titel vor seinem neuseeländischen Landsmann Malik Boatwright und dem Finnen Kasper Hickman.

Fußball trifft Mountainbike: Bayern-Trainer Kompany erlebt Downhill-Spektakel mit der Familie
Prominenten Besuch gab es am Samstag ebenfalls im Zielgelände: FC-Bayern-München-Cheftrainer Vincent Kompany stattete der WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang einen Besuch ab. Der Belgier verbringt derzeit mit seiner Familie Urlaub in Österreichs größter Bike-Region Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn.
Nach einem Anruf des aus Leogang stammenden Sportdirektors der Bayern, Christoph Freund, bei Veranstalter Kornel Grundner war klar: Der Bayern-Coach will mit seinen Kindern das Downhill-Spektakel live erleben. Kompany veriet dabei, dass er selbst bereits einmal die legendäre Downhill-Strecke in Leogang in Angriff genommen habe.
 Quelle: Saalfelden Leogang

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